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Küssen ist das Allerschönste!

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Einen wunderschönen Internationalen Tag des Kusses wünsche ich euch heute mit einer Kurzempfehlung eines sensationell guten Kinderbuches ab 2 Jahren: Ein Schmatz für meinen Schatz von Guido van Genechten wurde 2014 im arsEdition Verlag veröffentlicht und geht fantasievoll der Frage nach, wer eigentlich den allerersten Kuss gegeben hat. Und noch wichtiger: was ist eigentlich ein Kuss? Was stellt der so mit einem an, wie fühlt man sich dabei?

Der neugierige Flamingo macht sich gemeinsam mit großen und kleinen Giraffen, Elefanten, Löwen, Zebras, Eisbären und noch vielen weiteren brilliant illustrierten Tierfamilien auf die Suche nach dem herrlich kribbeligen Gefühl sowie dem Urheber des ersten Kusses. Nach kurzer Zeit werden sie sogar fündig.

Diese niedliche Geschichte zählt seit knapp zwei Jahren zu den Lieblingsbüchern unseres Kleinsten und ist so warmherzig, niedlich und zum Verlieben schön erzählt, dass wir sie auch schon öfter mal verschenkt haben.

Die Originalausgabe erschien 2013 bei Clavis mit dem Titel De allereerste zoen. Mit der ISBN 978-3-8458-0365-4 (deutsche Fassung) ist dieser Schmatz-Schatz überall bestellbar. ❤

 

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My name is Kitty

20180309_141016„My name is Kitty.“ Das war, soweit ich mich erinnern kann, einer der ersten englischen Sätze, die ich in der Schule lernte. Damals, in den 80ern, als es im Englischunterricht noch angängig war, den Schülern englische Vornamen zu verpassen, damit sie mit ihrer „englischen Identität“ hoffentlich einen besseren Zugang zur Fremdsprache finden. Ich durchlebte also als Kitty quasi die ersten Vorläufer des total immersion Prinzips. Nun ja. Lustig war es allemal, aber ob meine Sprachkenntnisse wirklich von diesem mir damals seltsam erscheinenden Katzennamen profitierten? Ich kann es nicht genau sagen, jedoch mit meiner damaligen besten Freundin Nancy (im wahren Leben übrigens Vanessa) sorgen unsere Erinnerungen daran bis heute für den ein oder anderen Schmunzler.

Ich bin’s, Kitty. Aus dem Leben einer Katze (ISBN 978-3-407-82357-1) von Mirjam Pressler sprach mich nun letzte Woche beim Stöbern auf der Internetseite des Beltz Verlages gleich mehrfach an: Kitty fiel mir mit ihrem starken Cover ins Auge und der Klappentext verführte mich zur Leseprobe. Diese wiederum lenkte mich danach fast schnurstracks in die nächste Buchhandlung. Ich wollte sofort weiterlesen. Empfohlen ist Presslers neuestes Werk für Kinder ab 10 Jahren aber es eignet sich ganz besonders auch für ältere Katzenliebhaber, sowie generell für Eltern.

Katzenbabys

soll man küssen,

damit sie sich nicht

fürchten müssen.

Ein lieber Kuss

zur rechten Zeit

spart Kätzchen

Ängste und viel Leid.

Mirjam Pressler, Ich bin’s, Kitty

„Kitty mit Ypsilon“, die kleine rotgetigerte Katze hat nach einer dramatischen Rettung aus einem Teich ein wunderbar gemütliches 2. Leben mit Emma, einer lebensklugen pensionierten Lehrerin begonnen, bei der sie allerhand lernt. Als ihre Menschenmama jedoch nach einem Schlaganfall zum Pflegefall wird, muss Kitty lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, und ohne menschliches Zutun bei den Strassenkatzen an der alten Bäckerei zurechtzukommen. Sie durchlebt so manches Abenteuer, findet neue Freunde und entdeckt nach und nach was Glück, Solidarität und Liebe bedeuten. Was der Kater Bruno damit zu tun hat? Und was das Allerwichtigste im Leben einer Katze ist? Bleibt Kitty eine Streunerin oder findet sie ein neues Zuhause bei Menschen? All das verrät uns die renommierte Autorin auf 200 lebendig erzählten Seiten, welche von Rotraut Susanne Berner verspielt leichtfüssig illustriert wurden.

Pressler gelingt auch mit diesem Buch wieder ein brillianter Beitrag zur Kinder -und Jugendbuchszene. Äusserst klug verpackt kommen die Lebensweisheiten daher und strukturieren die anmutig erzählte Coming-of-Age Geschichte der kleinen Katze. Elegant und tiefsinnig werden die großen Themen des Lebens (u.a. Liebe, Tod, Freundschaft, Solidarität, Mut) auf spielerische Art verwoben. Das Werk ist wirklich wunderschön zu lesen, vor allem – wie ich finde – auch wegen der tollen Erzählperspektive! Überraschenderweise wird auch ein hochaktuelles Thema aufgegriffen und durch die Tradition des Geschichtenerzählens in Kontext gesetzt: Bei den Strassenkatzen macht sich Unmut über zugewanderte Katzen breit. Durch die Erfahrung von Güte und Nächstenliebe, die uns als Menschen schliesslich ausmachen, zeichnet sich eine Lösung ab. Großartig gemacht. Chapeau! Wer hätte gedacht, dass Katzen so eindrucksvolle Geschichtenerzähler sind?

‚Habt ein bisschen Geduld‘, sagte Bruno. ‚Sie werden sich an euch gewöhnen. So ist es immer, Veränderungen beunruhigen und machen Angst. Vor allem den Furchtsamen, den weniger Geschickten, um nicht zu sagen, den Dummen machen sie am meisten Angst. Und vor lauter Angst werden sie böse und aggressiv. Aber irgendwann kapieren sie dann doch, dass wir alle Katzen sind, die Einheimischen und die Dazugekommenen. Sie werden euch vielleicht nicht lieben, aber akzeptieren. Und sie werden verstehen, dass in unserem Land die Mäuse für alle reichen. Keiner muss verhungern.

Mirjam Pressler, Ich bin’s, Kitty

Jeder Mensch ab 10 Jahren sollte Kitty kennenlernen, denn die Lektüre ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch ungemein lehrreich und tiefgründig. Eine außergewöhnlich hinreissende Geschichte über das Erwachsenwerden: Weise, herzlich und unglaublich wertvoll. Selten hält man so ein hochaktuelles und doch beachtlich zeitloses Buch in solch einer wohltuenden Kombination in den Händen. Es wird sicher eines jener Bücher sein, die wir, ihr und auch eure Kinder mehrmals aus dem Regal nehmen und mit Freude lesen und zitieren werden. Grandios!

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Das mit der Liebe ist so eine Sache

Erpel liebt Ente, magellan

© Mislibrosabiertos

In den letzten Tagen sind so einige Paketchen mit meinen auf der Frankfurter Buchmesse getätigten Bestellungen eingetroffen. Fantastisch! Dieses bezaubernde Büchlein hier war mir auf der Messe direkt ins Auge gefallen und ich kann einfach nicht länger ein Geheimnis daraus machen. Ich muss es euch einfach vorstellen!

Erpel liebt Ente ist eine fabelhafte Kreation aus der Feder von René Gouichoux und wunderbar winterlich illustriert von Marc Boutavant. Die Geschichte erzählt vom Heimlich-Verliebt-Sein und der Herausforderung, ein anvertrautes Geheimnis nicht auszuplaudern.

Erpel vertraut sich seiner Freundin Gans an. Die wiederum kann nicht anders, als es der Pute zu erzählen. Einige Tage später, an Ganters Geburtstag, verplappert sich jemand von den vielen Wissenden und somit platzt das große Geheimnis endgültig. Das Resultat jedoch ist anders als der kleine Erpel in seinen schlimmsten Träumen befürchtet hat.

Ein wirklich bemerkenswertes Buch, das mit den wunderschönen Illustrationen beeindruckt und ganz still aber herrlich tiefgründig daher kommt. Ganz süß: die kleine Hasenfamilie in Erpels Nachbarschaft.

Die französische Originalausgabe C’est un secet! wurde von Anna Taube übersetzt und erschien 2017 bei Magellan (ISBN 978-3-7348-2041-0).

Habt ein kuscheliges Lesewochenende! Vielleicht sichtet ihr ja auch die ersten Schneeflocken morgen? Wer weiß? Und das mit der Liebe und dem Verliebtsein, das ist wirklich so eine Sache:

‚Das Herz hat kein Geheimnis, das unser Verhalten nicht offenbart.‘

-Französisches Sprichwort-

Bis bald ❤

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Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.

Ein berühmter Ausspruch von … na? Richtig: Martin Luther! Dank ihm haben viele von uns einen Feiertag mehr diesen Oktober. Am 31.10.2017 feiern wir 500 Jahre Reformation.

Warum eigentlich? werden euch eure kleinen Kinder fragen. Wer war denn dieser Martin Luther? Was bedeutet Reformation überhaupt? Warum ist sie für unser heutiges Leben wichtig? Was hat es mit den 95 Thesen auf sich? Und was um alles in der Welt hat ein Unwetter mit der ganzen Sache zu tun?

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Altersgerechte Antworten zu Martin Luthers Leben und Wirken liefert euch dieses wunderschön gelungene Minibüchlein. Ich habe es zufällig auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse entdeckt und war sofort begeistert: verständlich und kindgerecht aufbereitet sowie klasse bebildert in satten Farben. Auch das Minibuch-Format ist super, vor allem die abgerundeten Ecken sind perfekt und setzen das Büchlein optisch sowie haptisch angenehm von anderen Minibüchern ab.

Die Geschichte von Martin Luther ist von Susanne Brandt sprachlich hervorragend erzählt sowie von Petra Lefin reizend illustriert. Die Gesichtsausdrücke der Figuren sind wirklich überaus gut gelungen. Generell sind viele kleine liebevolle Details ausgearbeitet und lassen die Geschichte richtig aufleben.

Hinsichtlich der Thematik Reformation spielen hier unter anderem die Themen Angst, Konflikt und dessen Lösung, aber auch Liebe und Mut eine Rolle: Martin Luther wird mit seinem mutigen und bewundernswerten Lebenswerk zu Recht als Vorbild präsentiert, welches auch in weniger religionsaffinien Elternhäusern den Kindern eine Hilfe sein kann. Gerade wenn man zweifelt, wenn man ängstlich ist, fasst man mit Gottvertrauen neuen Mut. Und manchmal braucht es in jedem Leben, in jeder Generation, eben auch einen Menschen wie Luther, der Unbekanntes zu erklären versucht und damit vielen anderen die Furcht nimmt.

Das im DonBosco Verlag erschienene Büchlein wird empfohlen für Kinder zwischen 3 und 7 Jahren und ist für in der Tat kleines Geld mit der ISBN 978-3-7698-2008-9 oder direkt unter dem Link Martin Luther bestellbar.

TIPP 1 für Eltern und Erzieher:

Unter dem Link Malvorlage lässt sich nicht nur eine Lutherrose zum Ausmalen herunterladen, sondern auch tolle Informationen zur Ausgestaltung eines Martin-Luther-Thementages in der Kita, z.B. mit dem Backen von Lutherkeksen. Sehr inspirierender Link!

TIPP 2 für Eltern und Erzieher:

Die Geschichte von Martin Luther ist unter anderem auch als Bildkartenset (A3) für das Kamishibai (Erzähltheater) erhältlich, und zusätzlich in einer Minibuchversion ab 2 Jahren.

Martin Luther sagte: „Gottes Liebe ist ein Geschenk für alle Menschen,“ und dieses fantastische Büchlein ist ein aufmerksames und lohnenswertes Geschenk für alle kleinen Lieblingsmenschen. Ich kann nicht anders als es zum 500. Jahrestag der Reformation nachdrücklich zu empfehlen.

Habt ein wunderschönes Wochenende im Kreise eurer Liebsten!

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Die Schönsten Hässlichkeiten des Septembers

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Das neue Buch des erfolgreichen Duos Axel Scheffler und Julia Donaldson hat mir heute meine Bahnfahrt gerettet. Es ist zweifelsohne sagenhaft, welch großartige Ideen die beiden immer wieder aufs Neue zu Papier bringen.

Die hässlichen Fünf ist das wunderschönste Buch des Herbstes. Punkt.

Eine Tüpfelhyäne, ein Marabu, ein Gnu, ein Ohrengeier und ein Warzenschwein singen auf dem Weg durch die Savanne ein trostloses Lied. Aber dann geschieht etwas Wunderbares.

Die Geschichte ist inhaltlich für Eltern und Kinder gleichermaßen attraktiv, und wie gewohnt in herrlichen Reimen erzählt, bzw. gesungen.  Auf jeder Doppelseite kann man sich an den prächtigen Illustrationen kaum sattsehn. Text sowie Illustrationen sorgen für viele Schmunzelmomente.

Bezaubernd im Übrigen auch die letzte Doppelseite des Buches, auf der die Leser eingeladen werden, darüber nachzudenken, welchen Tieren sie auf einer Safari am liebsten begegnen wollen würden. Spielerisch lernen die Kinder somit einiges über die Savanne und die großen Fünf, die kleinen Fünf, die scheuen Fünf und eben die allgemein als hässlich erachteten Fünf.

Dieses zauberhafte und rundum liebevolle Buch sollte in keiner Familie fehlen. Die deutsche Ausgabe ist bei Beltz & Gelberg erschienen, die englische Originalausgabe The Ugly Five bei Alison Green Books.

Ich wünsch euch einen sonnigen Tag und hoffe, Die hässlichen Fünf bereiten euch ebenso viel Vergnügen wie uns.