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Spätsommersonnenstrahlen mit Flora

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Welches Kind träumt denn nicht davon, mit Tieren sprechen zu können? Ein unerschöpfliches und ebenso großartiges Thema für eine Vielzahl an fantastischen Kinderbüchern, und so auch im Falle des wunderbaren Flora Botterblom: Die Wunderpeperoni von Astrid Göpfrich, mit dem sich jetzt noch ein paar warme Sonnenstrahlen gepaart mit Erinnerungen ans Gärtnern im Spätsommergarten in den Herbst hinüberretten lassen. Wir bedanken uns ganz herzlich beim Magellan Verlag für das schöne Rezensionsexemplar, das unter anderem auch mit einem recht „scharfen“ Vorsatzpapier beeindruckt.

Im Gegensatz zu ihren älteren Geschwistern kann die fast elfjährige Flora der Familiengärtnerei so gar nichts abgewinnen. Sie ist was Pflanzenkultivierung betrifft einfach talentfrei. Sie träumt von einer spannenden Zukunft im Hochgebirge oder im brasilianischen Dschungel. Das einzige Mitglied ihrer Familie, das in ihr die Zukunft der Gärtnerdynastie sieht ist ihr Opa Hyazinthus, der ihr die letzten übrig gebliebenen Wundersamen zusteckt, die aus glücklicheren Zeiten der Gärtnerei übrig geblieben sind. Heimtückisch wurden der Familie alle Wundersamen geklaut, aber wenn Flora es schafft, eine Wunderpeperoni in der alten, zerfallenen Orangerie anzubauen und einem Tier zu füttern, würde dieses Tier Flora verraten, wie sie die Wundersamen für ihre Familie wieder zurückholen kann. Durch ihre Ungeduld übertreibt Flora es etwas mit dem Wunderelixier, und schwuppdiwupp steht sie vor einer Monsterpeperoni. Aber auch vor Gisbert, dem jetzt sprechenden Gärtnereigürteltier, welches ihr singend und laut plappernd dabei behilflich ist, ihre Familie vor endloser Langeweile zu retten. Er lässt sich von Flora bekochen, einen Pullover mit Mexikoflagge stricken, und verrät letztendlich, wo sie das Einmachglas ihrer Oma findet, das die begehrten Wundersamen enthält. Und somit beginnt das magische Abenteuer der beiden.

„Aber Du bist die Einzige, die deiner Familie helfen kann, vergiss das nicht. Und jetzt ist Schluss mit Rumheulen. Wir gehen den Pullover richtig heiss waschen, damit er kürzer wird, und dann verrate ich dir, wo du das Einmachglas mit den Wundersamen findest.“

Was die finstere Gärtnerfamilie Eisenhut damit zu tun hat, wie aus „Botterbloms Gemüseparadies“ dann „Wundergärtnerei Botterblom“ wird, und was es mit Julian Eisenhut auf sich hat, erfahrt ihr auf den 203 kurzweiligen und flott erzählten Seiten, an die sich auf Seiten 204 bis 207 noch ein kleines, informatives Gartenlexikon anschliesst. Wenn das mal nicht alles zusammen Lust aufs Gärtnern im nächsten Sommer macht!

Wir fanden die Idee des sprechenden Gürteltieres sehr lustig und auch seine kleinen Eigenarten haben die Geschichte sehr lebendig wirken lassen. Die magischen Elemente geben dem Buch das gewisse Etwas, und die Vielzahl an kleineren schwarz-weiss Illustrationen von Pe Grigo zu jedem Kapitelbeginn unterstreichen die Lesefreude. Der Illustratorin gelingt mit dem brillianten Cover (toll von Christian Keller umgesetzt mit Relieflack!) ein bemerkenswerter Eyecatcher, der nicht nur auf Anhieb gute Laune macht, sondern die pfiffig-fröhliche Protagonistin und ihre rasant-magische Geschichte treffsicher verkörpert.

Dieser erste Band von Flora Botterblom (ISBN 978-3-7348-4140-8) ist bereits Anfang des Jahres erschienen. Mittlerweile gibt es ihn auch toll vertont als Hörbuch von Igel Records. Seit Juli ist auch der zweite Band der Reihe Flora Botterblom Eine Karotte zum Abheben erhältlich. Dieser liegt nun auf unserem TBR Turm recht weit oben. 🙂

Sehr empfehlenswert für alle kleinen Leser ab 9.

 

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„Groß werden, trotz dieser Leere“

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Welch ein großartiger Kinderbuchschatz! Wir verlieben uns bei jedem Vorlesen wieder aufs Neue in dieses wunderbar anmutige Buch Die Schneiderin des Nebels von Valeria Docampo und Agnès de Lestrade, welches bereits 2018 beim Mixtvision Verlag erschienen ist. Die französische Originalausgabe La fileuse de brume erschien im gleichen Jahr bei Alice Editions. Sicher kennt ihr es schon. Falls doch nicht, müsst ihr es euch unbedingt mal auf eure Leseliste setzen. Wunderbar ruhig und feinfühlig wird sich hier der sehr komplexen Themen-und Gefühlswelt von Trennungskindern angenommen.

Die kleine Rosa webt aus Nebel allerlei Stoffe, mit denen die Menschen ihre wahren Gefühle verstecken können. Alles scheint trist. Der Nebel umhüllt ihre Welt und lässt alles Unangenehme verschwinden. Ein Brief ihres weggegangenen Vaters weckt jedoch Erinnerungen an die schöne Zeit, die sie gemeinsam mit ihren Eltern verbracht hat: an die Küsse auf ihren Wangen, an das liebevolle Lachen der beiden. Aber auch an die lauten Streitereien und die Leere, die der Vater nicht nur in seinem Kleiderschrank hinterlassen hat. Das Schweigen der Mutter, die ihren Vater seit der Trennung mit keinem Wort mehr erwähnt hat.

„Groß werden, trotz dieser Leere“

Die Schneiderin des Nebels

Lasst euch auf den wundervoll gestalteten Seiten überraschen, was genau Rosas Leben dann schließlich doch wieder mit Sonne füllt.

Wir lieben das Buch sehr, vor allem die außergewöhnlich schöne Gestaltung der Seiten ist bemerkenswert. Der Nebel wird anhand transparenter Seiten wunderbar in dieses Buch eingearbeitet und macht es sowohl optisch als auch haptisch zum Erlebnis für Groß und Klein.

Das Original wurde von Anna Taube ins Deutsche übersetzt und ist mit der ISBN 978-3-95854-130-6 in eurem Lieblingsbuchladen um die Ecke bestellbar.

Unbedingt lesen!

 

 

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Ein großartiges Kinderbuch zum Thema Demenz

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Demenz. Man ist nicht einfach nur schusselig oder vergesslich, nein man kann sich an große Teile des eigenen Lebens und Schaffens nicht mehr erinnern. Die immense mentale Belastung die dadurch auch für das familiäre Umfeld entsteht wird all zu oft unterschätzt. Alzheimer und Demenz sollten deshalb nicht nur in der Woche der Demenz oder gar nur am Weltalzheimertag am 21. September im Fokus stehn, sondern konstant eine viel breitere Öffentlichkeit erfahren.

Uticha Marmon gelingt mit Als Opapi das Denken vergaß, welches bereits 2014 im Magellan Verlag erschien, ein wertvoller Beitrag zum Verarbeiten der schwierigen Erfahrungen und dem Umgang mit der facettenreichen Erkrankung innerhalb einer betroffenen Familie.

Mia freut sich irrsinnig, dass ihr lieber Opapi endlich in die Nachbarwohnung einzieht. Sie hat ihm als Begrüßungsgeschenk eine Schwanfamilie aus Brotteig geknibbelt, und kann es kaum abwarten, mehr Zeit mit ihm zusammen zu verbringen. Was sucht denn nun aber dieser freche Berti in Opapis Wohnzimmer? Wer ist er und wo kommt der her? Und ist Opapi wirklich so verwirrt, wie ihre Eltern sagen?

Was mir ganz besonders gut an diesem 159 Seiten starken Buch gefällt sind zum einen die verschiedenen Herangehensweisen an kindgerechte Definitionen von Demenz. So wird das Krankheitsbild für Kinder greifbarer und erfahrbarer.  Zwei Stellen möchte ich diesbezüglich hervorheben, da sie das Heimtückische, das Nicht-einfach-nur-leicht-verwirrt-sein dieser Erkrankung besonders gut herausarbeiten und zeigen, wie Kinder versuchen, die Krankheit einzuordnen:

Zu Opapis Verwirrtheit hatte sich nämlich etwas anderes gesellt, wie ein schwarzer Troll, der immer dann hervorkam, wenn Mia nicht genau aufpasste. Und dieser Troll war gemeiner als Marek und eine Lungenentzündung und nasse Wände zusammen. Denn dieser Troll war das Vergessen. Husch, husch kam es um die Ecke geschlichen, wenn Opapi allzu heftig in Verwirrung geriet, und begann, alles, was er jemals gewusst hatte, mit schwarzer Farbe zu übermalen. Dann behauptete Opapi zum Beispiel, er habe in seinem Leben noch kein Apfelmus gegessen. In solchen Momenten war er auch felsenfest davon überzeugt, es hätte ihm nie jemand beigebracht, wie man sich die Schuhe zuband, oder dass man sich beim Gähnen die Hand vor den Mund hielt. Mia wusste, all diese merkwürdigen Dinge flüsterte ihm das schwarze Vergessen ein. Darum war es so wichtig, dass Opapi sich erinnerte. Denn das Erinnern war wie ein großer, nasser Schwamm, mit dem man die schwarze Farbe wieder wegwaschen konnte.

Manchmal gab es aber auch Tage, an denen selbst das Erinnern nichts half.

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„Kein Mensch überlegte sich, bevor er etwas sagte, dass das eine Wort vor das andere gehörte. Man sagte einfach, was einem durch den Kopf schoss.

„Ich schreibe jetzt einen Satz auf und dann sortieren wir ihn gemeinsam“, sagte Herr Peterling.

Mia schaute an ihm vorbei zur Tafel. Martin einen Ball schönen grünen hat schrieb er. Das hatten sie gestern schon geordnet. Herr Peterling war wohl etwas durcheinander heute. …

Zum anderen mag ich auch die Art und Weise, wie die Familie die Lernprozesse im Umgang mit der Erkrankung umsetzt, und quasi gemeinsam einen Weg findet, wie man den schwarzen Troll zumindest manchmal etwas austricksen kann.

Als Opapi das Denken vergaß ist ein höchst lesenswertes Kinderbuch zum Thema Demenz und begeistert zusätzlich mit einer thematisch sowie farblich hervorragenden Coverillustration von Günther Jakobs.

Empfehlen kann ich das Buch (ISBN 978-3-7348-4004-3) für 9- bis 11-jährige, vor allem, wenn es im Familien- oder Bekanntenkreis Demenzfälle gibt, und man den Kindern weitere Hilfestellung bieten möchte.

{WERBUNG, da Nennung. Eigenkauf.}

 

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Ich wollt ich wär ein Kaktus

 

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© Planet / Thienemann-Esslinger Verlag

Das hätte viele Vorteile. Ich kann mir vorstellen, das einige von euch genauso denken. Immer auf Abwehr programmiert, bloß nichts an sich ranlassen. Größtenteils ist dieses Verhalten nachvollziehbar, vor allem bei Teenies. Andererseits ist es aber auch schade, denn man verpasst ja auch so einiges.

Mina Teicherts neues Werk Ich wollt ich wär ein Kaktus nimmt eben diese Idee auf, und zeigt, dass es sich lohnt, ab und an mal weniger Stacheln aber dafür etwas mehr Herz und Verständnis zu zeigen. Letzte Woche wurde mir das wunderbare Kinderbuch dankenswerterweise vom Thienemann-Esslinger Verlag und netgalley zur Verfügung gestellt, und es hat mich direkt begeistert.
Eine Vielzahl an Themen, die Jugendliche heutzutage beschäftigen, sind wunderbar umgesetzt worden. Vom gefühlt-peinlichen Neu-Verliebtsein der Eltern und dem damit einhergehenden Ablehnungsgebahren des neuen Partners gegenüber, bis zum Schulwechsel inklusive Mobbing, dem Mut einen eigenen Standpunkt zu vertreten, sowie dem ersten eigenen Verliebtsein ist eine recht große Bandbreite an Themen von Mina Teichert spannend in der Geschichte verwoben worden. Von der Stadt aufs Land ziehn? Und dazu noch zur esoterisch angehauchten Oma? Geht ja gar nicht, denkt sich Lucinda, die wie jeder typische Teenie mehr in sich gekehrt denkt anstatt offen zu sprechen. Zu lesen, wie sie sich letztendlich doch noch mit ihrer Kakteensammlung (Erwin, Louise und Co) auf dem Land einlebt, und welch wilde Erlebnisse mit Jo (neuer Freund ihrer Mutter), sowie mit ihren neuen Mitschülern damit einhergehn, bereitet auch erwachsenen Lesern eine Menge Spaß!

Stilistisch sowie auch im Layout sehr modern und ansprechend gestaltet. Ich verdanke dem Buch mein momentanes Lieblingswort „sumsimitpo“ und lustigerweise einen Albtraum (Erwins Vorgänger! 😅).

Ich wollt ich wär ein Kaktus (ISBN 978-3522505925) ist ein hervorragendes Geschenk für in Abwehrhaltung verharrende, „stachelig-piksende“ Kinder oder Teenager im eigenen Haushalt oder im Bekanntenkreis. Die über 192 Seiten erzählte Geschichte ist genau das, was das großartig gestaltete Cover verspricht: erfrischend, originell und absolut lesenswert!

Empfohlen ab 10, und von mir ans Herz aller Eltern gelegt, die mit angehenden Teenagern ein Patchworkfamilien-Projekt wagen.
Erhältlich ab heute, dem 16.01.2018.

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In love with Otto, Robotto and Anouk

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Wer angenehm hochwertige und besonders bezaubernde Kinderbücher mag, der kommt an dem Schweizer BOHEM Verlag auf keinen Fall vorbei. Jedes neue Programm strahlt Liebe und Leidenschaft für beeindruckende Kinderliteratur aus, und auch die Postkarten Leporellos mit Motiven aktueller Neuerscheinungen sind jedes Mal ein optisches Highlight!

Gestern konnte ich beim Einkaufsbummel an zwei der vielen fantastischen Neuerscheinungen des BOHEM Verlages nicht vorbeigehn. Keine Chance.

Otto + Robotto von Ame Dyckman und Dan Yaccarino erschien im Original schon 2012 und ist nun endlich in einer deutschen Übersetzung von Annabel Lammers zu haben. Es ist ein wunderbares, 40 cm hohes, einfühlsames Buch über Freundschaft und Verständnis.

Das Werk ist von Dan Yaccarino durchaus keck illustriert und vor allem auch durch das Format als Kinderliebling geradezu prädestiniert. Quasi zum Instant-Liebgewinnen, was ja auch bei mir als Erwachsenem perfekt funktioniert hat.

Am Ende der Geschichte wartet ein Fragebogen zum besten Freund oder zur besten Freundin, der dazu einlädt, über das Gelesene und Gesehene mit dem Vorleser zu sprechen. Diese Interviewvorlage ist auch gleichzeitig meine Lieblingsstelle im Buch. Weiterhin gibt es extra Platz, um Fotos vom besten Freund oder der besten Freundin einzukleben oder diese zu malen. Beide Daumen hoch für ein wirklich tolles Buch!

Otto + Robotto kostet zwar stolze 20 Euro, ist aber meines Erachtens jeden Cent wert und ein tolles Geschenk für alle Roboterfans ab 3,5 Jahren.

Die amerikanische Originalversion Boy + Bot erschienen bei Random House Children’s Books.

Viele von euch werden den kleinen Hasen Filou aus seinem Abenteuer kennen: Von einem mutigen Hasen, der heimlich auszog, die Welt zu entdecken und das Fürchten zu lernen.

Jetzt geht es mit Filou und seiner Schwester Anouk in Her mit den Gefahren! gewohnt amüsant weiter.

Eines morgens ist Anouks Bett leer, und Filou macht sich auf den gefährlichen Weg durch den Wald, um sie zu suchen. Es lauern viele Gefahren, und auch der Heimweg gestaltet sich schwierig. Der Verlag bewirbt die Geschichte als „rotzfrech und liebenswert“, und dem ist auch so, denn die Heldin des Autor-Illustratorteams wurde von Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter inspiriert.

Alexandre Chardin erzählt eine wunderbare Geschichte über ein starkes und mutiges Mädchen und Mylène Rigaudie bebildert diese herrlich detailverliebt in den allerschönsten satten Herbstfarben. Es gibt so einiges zu entdecken in Anouks Welt. Alexander Sommerlad liefert eine wunderbar gelungene Reimübersetzung aus dem Französischen.

Als Highlight liegt diesem Buch ein überaus süsses Poster bei, welches nicht nur tagsüber die Kinderzimmerwand schmückt, sondern zu später Stunde auch noch angenehm leuchtet. Eine tolle Überraschung!

Im Original 2016 als Adélaïde, ma petite soeur intrépide bei Casterman erschienen, und egal in welcher Sprache ein Muss für kleine freche Mädchen ab 3 Jahren.

MAGNIFIQUE!

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Die Schönsten Hässlichkeiten des Septembers

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Das neue Buch des erfolgreichen Duos Axel Scheffler und Julia Donaldson hat mir heute meine Bahnfahrt gerettet. Es ist zweifelsohne sagenhaft, welch großartige Ideen die beiden immer wieder aufs Neue zu Papier bringen.

Die hässlichen Fünf ist das wunderschönste Buch des Herbstes. Punkt.

Eine Tüpfelhyäne, ein Marabu, ein Gnu, ein Ohrengeier und ein Warzenschwein singen auf dem Weg durch die Savanne ein trostloses Lied. Aber dann geschieht etwas Wunderbares.

Die Geschichte ist inhaltlich für Eltern und Kinder gleichermaßen attraktiv, und wie gewohnt in herrlichen Reimen erzählt, bzw. gesungen.  Auf jeder Doppelseite kann man sich an den prächtigen Illustrationen kaum sattsehn. Text sowie Illustrationen sorgen für viele Schmunzelmomente.

Bezaubernd im Übrigen auch die letzte Doppelseite des Buches, auf der die Leser eingeladen werden, darüber nachzudenken, welchen Tieren sie auf einer Safari am liebsten begegnen wollen würden. Spielerisch lernen die Kinder somit einiges über die Savanne und die großen Fünf, die kleinen Fünf, die scheuen Fünf und eben die allgemein als hässlich erachteten Fünf.

Dieses zauberhafte und rundum liebevolle Buch sollte in keiner Familie fehlen. Die deutsche Ausgabe ist bei Beltz & Gelberg erschienen, die englische Originalausgabe The Ugly Five bei Alison Green Books.

Ich wünsch euch einen sonnigen Tag und hoffe, Die hässlichen Fünf bereiten euch ebenso viel Vergnügen wie uns.

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Halli Hallo Opilio!

IMG_3230Ahhhh… herrlich. Die Sonne scheint vom knallblauen Himmel und die wärmenden Sonnenstrahlen locken alle ins Freie: die Lieblingsmensch-Pärchen laufen noch verliebter händchenhaltend durch die Gegend, die Hundehalter gehen mit ihren Vierbeinern gerne eine zweite oder dritte Runde um den Block, die hippen Mamas und Papas bugsieren die high-tech Kinderwägen extra schwungvoll durchs Grüne, und die in lockere Funktionskleidung eingehüllten Lieblingswichtel sind aufs Äußerste fasziniert von der an allen Ecken und Enden explodierenden Natur. Überall gibt es Neues zu entdecken und ausnahmslos jeder macht sich sonnenhungrig auf eine persönliche Entdeckungstour durch die erwachende Natur.

So auch die kleinen Weberknechte. In Carli Kalinowskis mit erfrischender Leichtigkeit erzählten Geschichte Opilio wipp-hopp über den neugierigen Weberknecht Opilio dürfen wir diesen an einem sonnigen Frühlingstag auf seinem unfreiwillig langen Ausflug begleiten. In der näheren Umgebung der alten Hütte gibt es so einiges zu erleben und zu lernen. Ehe er sich versieht, hat er seine Geschwister verloren, und muss alleine den Weg zurück nach Hause finden. Auf Steinhaufen, über Mauern und Baumstümpfe, an Pfützen vorbei kreuzen viele verschiedene Spinnenarten seinen Weg. Wer ist mit ihm verwandt?  Wer kann ihm helfen, seine Familie wiederzufinden?

Opilio wipp-hopp ist ein herrlich unaufdringliches und wunderbares Buch. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober darüber gestolpert  (hier nochmal ein dickes DANKESCHÖN), und es wurde nun wirklich auch allerhöchste Zeit, diesen großartigen Fund mit euch zu teilen.

Neben dem Spaß an der Geschichte und die Freude an den Illustrationen lernen Kinder verschiedene Spinnenarten von einander zu unterscheiden, und dass man vor allem vor den Weberknechten, die ja genau genommen keine Spinnen sind, keine Angst zu haben braucht.  Auf Grund der lustig-kecken Illustration gehen sie unvoreingenommen an die doch allgemein recht angstbehaftete Spinnenthematik heran. Durch den Niedlichkeitsfaktor baut Opilio in sekundenschnelle alle Barrieren ab und lädt den Leser dazu sein, sich auf die Spinnentiere des Buches einzulassen. Sehr zu empfehlen ist das Büchlein deshalb besonders auch für Mamas, die ein Interesse daran haben, ihre  eigene Arachnophobie nicht auf die Kinder zu übertragen.

Am Ende des Buches bildet eine von der Autorin verfasste Kurzinfo über Weberknechte einen tollen Abschluß. Dieses Extra trägt zu einem vollständigen Lese- und Lernerlebnis bei und so punktet das Buch durch eine stimmige Erscheinung im Format und den fröhlichen Illustrationen, sowie natürlich durch den sympathisch-süßen Titelhelden, der zu den Lieblingen in unserer Kinderbibliothek aufgestiegen ist. Opilio wipp-hopp ist echt tipptopp!

Empfohlen von 4 bis 7 Jahren und das sehen wir genauso. Weiterhin erhältlich ist auch der zweite Band Opilio wipp-hopp und die Rettungsaktion,  sowie die englische Übersetzung des ersten Bandes: Opilio long-legs.

Sobald ihr das Buch gelesen habt, würde ich mich im Kommentarbereich über ein Feedback mit euren Erfahrungen zur Spinnenthematik in Kinderbüchern freuen.

Bis dahin, ein tolles (hoffentlich) sonniges Frühlingswochenende! Und vielleicht begegnet ihr auf eurem Spaziergang gemeinsam mit euren Kindern dem kleinen Opilio, oder einem seiner 18 Geschwister!

Ciao!