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Twinkle, twinkle, little star

 

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{Werbung/unbezahlt} Vergangene Woche haben wir beim Stöbern im Buchladen ein wunderschön illustriertes Gutenachtbuch entdeckt und möchten es euch heute hier vorstellen und ans Herz legen. Der Sternenmann entstammt der Feder von Max von Thun, der ihn aus verschiedenen Liedern kreiert hat, die er eigens für seinen Sohn angedacht hatte.

Der kleine Sternenmann wohnt in einem Häuschen auf einem winzigen Planeten und ist dafür zuständig, abends die Sterne zum Leuchten zu bringen und danach am Himmel zu verteilen. Eines Abends jedoch merkt er, dass ein kleiner Stern am Himmel fehlt und macht sich augenblicklich auf die Suche nach ihm. Wo ist er? Warum ist er verschwunden? Ob der Sandmann, der Mondmann, eine Astronautin oder vielleicht die Sonne ihm helfen können, den kleinen Stern zu finden?

Unglaublich süß illustriert wurde die Geschichte von der Spanierin Marta Balmaseda, die einen kleinen Sternenmann zum Liebhaben entstehen lies und mit ihren Bildern zum Träumen verführt. Wunderbar! Wir lieben das tolle Häuschen des Sternenmanns mit der Veranda und auch sein kleines Gefährt ist fantastisch gemalt!

Der Sternenmann ist ein großartiges Gutenachtbuch mit einer guten Message für kleine Leute, die sich manchmal etwas zu klein oder zu unscheinbar fühlen.  Am Schluss des Buches ist der Text zu dem verträumten Gutenachtlied „Das Lied vom Sternenmann“ abgedruckt, welches auf http://www.arsedition.de/sternenmann zum download bereit steht.

Max von Thuns Suche nach dem kleinen Stern wurde im Sommer 2018 mit der ISBN 978-3-8458-2524-3 bei arsEdition veröffentlicht, und ist sehr empfehlenswert für kleine Kinder (ab 3 Jahren) und deren Eltern, die ein schönes Einschlafritual mit Lesen und leiser Musik suchen. ⭐

 

 

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Von Gurkengläsern, kleinen Geschwistern und Kokoloreserzählern

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Hieronymus? Reginald? Digby? Theodorius? Nepomuk? Es gibt schon eine Menge Vornamen, die in den Ohren eines Kindes seltsam klingen mögen. Wenn man als Zwerg dann auch noch Eltern erwischt, die einen dieser Namen ausgesucht haben, und einen obendrein auch noch zum Einzelkind auserkohren haben, dann hat man — in den Augen des kleinen Hieronymus — schon ein schweres Los gezogen.

In dem herrlich fantasievollen Buch Mein Bruder aus dem Gurkenglas erzählt Émilie Chazerand eine wunderbar lustige und vor allem auch sprachlich beeindruckende Geschichte über die Sehnsucht nach Geschwistern. Sie verpackt Vor- und Nachteile des Einzelkinddaseins sowie des Geschwisterlebens in nachvollziehbare Alltagssituationen und präsentiert ein mit Fantasie und jeder Menge Sprachspielerei gekröntes Kinderbuch mit viel Herz und Witz.

Hieronymus möchte kein Einzelkind mehr sein. Also verkauft ihm der italienische Lebensmittelhändler Herr Cocolori, bei dem Hieronymus normalerweise für seine Mama einkauft, ein magisches Gurkenglas, aus dem sein langersehnter Bruder entsteigen soll. Gesagt, getan, und anfänglich ist alles prima. Doch schon bald zeigt sich, dass das Leben mit Bruder Archibald auch nicht nur Vorteile hat. Da er sich sehr oft über ihn ärgert, möchte er ihn am liebsten wieder im Gurkenglas einsperren. Raufen sich die beiden wieder zusammen? Und was hat es mit dem Mittertagsgeschenk und der kleinen Ottilie auf sich?

Wir lieben den „Kokoloreserzähler“ Herr Cocolori, der mit seinem wunderbaren, starken italienischen Akzent für viele Schmunzelmomente sorgt. So wird aus Hieronymus ein „Hieronymus-se“ und Preise werden mit „ein E-uro, acktezwanzig Cente“ ausgewiesen. Ein riesen Vergnügen für den Vorleser und die kleinen Zuhörer.

Die schönen Illustrationen wurden von Aurélie Guillerey beigesteuert. Für Einzelkinder sowie Geschwister ein sehr empfehlenswertes Buch, das die Begeisterung am Spiel mit Sprache weckt, und definitiv Wortschatzaufbau fördert. Prima gelungen!

Die von Tobias Scheffel aus dem Französischen genial übersetzte deutsche Fassung ist 2017 im Knesebeck Verlag erschienen. Unter dem Titel Un frère en bocal erschien die französische Originalausgabe bereits 2013 bei Benjamins Media.

Das 44 Seiten starke Buch ist geeignet ab 5 Jahren und mit der ISBN 978-3-86873-938-1 bestellbar.

Magico!

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Ein großartiges Kinderbuch zum Thema Demenz

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Demenz. Man ist nicht einfach nur schusselig oder vergesslich, nein man kann sich an große Teile des eigenen Lebens und Schaffens nicht mehr erinnern. Die immense mentale Belastung die dadurch auch für das familiäre Umfeld entsteht wird all zu oft unterschätzt. Alzheimer und Demenz sollten deshalb nicht nur in der Woche der Demenz oder gar nur am Weltalzheimertag am 21. September im Fokus stehn, sondern konstant eine viel breitere Öffentlichkeit erfahren.

Uticha Marmon gelingt mit Als Opapi das Denken vergaß, welches bereits 2014 im Magellan Verlag erschien, ein wertvoller Beitrag zum Verarbeiten der schwierigen Erfahrungen und dem Umgang mit der facettenreichen Erkrankung innerhalb einer betroffenen Familie.

Mia freut sich irrsinnig, dass ihr lieber Opapi endlich in die Nachbarwohnung einzieht. Sie hat ihm als Begrüßungsgeschenk eine Schwanfamilie aus Brotteig geknibbelt, und kann es kaum abwarten, mehr Zeit mit ihm zusammen zu verbringen. Was sucht denn nun aber dieser freche Berti in Opapis Wohnzimmer? Wer ist er und wo kommt der her? Und ist Opapi wirklich so verwirrt, wie ihre Eltern sagen?

Was mir ganz besonders gut an diesem 159 Seiten starken Buch gefällt sind zum einen die verschiedenen Herangehensweisen an kindgerechte Definitionen von Demenz. So wird das Krankheitsbild für Kinder greifbarer und erfahrbarer.  Zwei Stellen möchte ich diesbezüglich hervorheben, da sie das Heimtückische, das Nicht-einfach-nur-leicht-verwirrt-sein dieser Erkrankung besonders gut herausarbeiten und zeigen, wie Kinder versuchen, die Krankheit einzuordnen:

Zu Opapis Verwirrtheit hatte sich nämlich etwas anderes gesellt, wie ein schwarzer Troll, der immer dann hervorkam, wenn Mia nicht genau aufpasste. Und dieser Troll war gemeiner als Marek und eine Lungenentzündung und nasse Wände zusammen. Denn dieser Troll war das Vergessen. Husch, husch kam es um die Ecke geschlichen, wenn Opapi allzu heftig in Verwirrung geriet, und begann, alles, was er jemals gewusst hatte, mit schwarzer Farbe zu übermalen. Dann behauptete Opapi zum Beispiel, er habe in seinem Leben noch kein Apfelmus gegessen. In solchen Momenten war er auch felsenfest davon überzeugt, es hätte ihm nie jemand beigebracht, wie man sich die Schuhe zuband, oder dass man sich beim Gähnen die Hand vor den Mund hielt. Mia wusste, all diese merkwürdigen Dinge flüsterte ihm das schwarze Vergessen ein. Darum war es so wichtig, dass Opapi sich erinnerte. Denn das Erinnern war wie ein großer, nasser Schwamm, mit dem man die schwarze Farbe wieder wegwaschen konnte.

Manchmal gab es aber auch Tage, an denen selbst das Erinnern nichts half.

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„Kein Mensch überlegte sich, bevor er etwas sagte, dass das eine Wort vor das andere gehörte. Man sagte einfach, was einem durch den Kopf schoss.

„Ich schreibe jetzt einen Satz auf und dann sortieren wir ihn gemeinsam“, sagte Herr Peterling.

Mia schaute an ihm vorbei zur Tafel. Martin einen Ball schönen grünen hat schrieb er. Das hatten sie gestern schon geordnet. Herr Peterling war wohl etwas durcheinander heute. …

Zum anderen mag ich auch die Art und Weise, wie die Familie die Lernprozesse im Umgang mit der Erkrankung umsetzt, und quasi gemeinsam einen Weg findet, wie man den schwarzen Troll zumindest manchmal etwas austricksen kann.

Als Opapi das Denken vergaß ist ein höchst lesenswertes Kinderbuch zum Thema Demenz und begeistert zusätzlich mit einer thematisch sowie farblich hervorragenden Coverillustration von Günther Jakobs.

Empfehlen kann ich das Buch (ISBN 978-3-7348-4004-3) für 9- bis 11-jährige, vor allem, wenn es im Familien- oder Bekanntenkreis Demenzfälle gibt, und man den Kindern weitere Hilfestellung bieten möchte.

{WERBUNG, da Nennung. Eigenkauf.}

 

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Bücherberge sind der Wahnsinn . . .

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. . . und in diesem ganz besonderen Fall unglaublich bezaubernd. Wir sind kürzlich durch den Tipp einer lieben Freundin auf dieses wunderbare Werk aufmerksam geworden, und müssen es euch unbedingt weiterempfehlen: Der höchste Bücherberg der Welt von Rocio Bonilla. Es ist hinreißend und dieses Jahr in der deutschen Fassung beim Jumbo Verlag in Hamburg erschienen. (Werbung, da Nennung. Eigenkauf)

Lukas möchte unbedingt fliegen und glaubt fest daran, dass es ihm gelingen wird. Zu jedem Geburtstag und zu jedem Weihnachtsfest wünscht er sich nichts sehnlicher als endlich fliegen zu können. Doch die Enttäuschung über die Nichterfüllung und auch die fehlgeschlagenen Versuche mit einer Vielzahl verschiedener Flügel ist groß, und so beschließt seine Mutter, ihm ein Buch zum Geburtstag zu schenken, denn ‚man kann auch anders fliegen, Lukas‘.

Er beginnt, nach und nach alle Bücher die ihm in die Hände fallen regelrecht zu verschlingen, und sitzt am Ende auf dem höchsten Bücherberg der Welt, der viele Schaulustige aus der ganzen Welt anzieht. Wie kommt er da bloß wieder runter? Und was genau hatte seine Mama eigentlich gemeint?

Die Geschichte ist rührend erzählt und wunderschön illustriert. Die großen Doppelseiten leben durch die detailverliebten und sehr ansprechenden Illustrationen von Rocio Bonilla förmlich auf. Fast jede der Seiten würde sich auch hervorragend als (Kinderzimmer-/Klassenzimmer-)Poster eignen. Ganz besonders gut gefallen uns die Darstellungen der Weltkugel mit der Anreise der Schaulustigen sowie der lesende Lukas im Garten. Wir lieben die vielen Anspielungen auf die großen Klassiker wie z.B. Moby Dick, Der kleine Prinz oder auch Das Dschungelbuch. Wir hatten kurz vorher Der kleine Prinz gelesen, und deswegen war die Freude beim Vorlesen sehr groß, als dieser auf einmal auch in Der höchste Bücherberg der Welt auftauchte.

Als Beilage enthält das Buch eine gefaltete, im Motiv dem Buchcover nachempfundene Bücherbergmesslatte aus Papier für die Kinderzimmerwand. Herrlich! ❤

Bereits 2015 unter dem Originaltitel La Muntanya de Llibres més Alta del Món erschienen und 2018 von Renate Loew ins Deutsche übersetzt. Diese deutsche Version ist mit ISBN 978-3-8337-3913-2 überall bestellbar.

Die Erzählung des Buches erinnert sehr stark an folgendes Helen Hayes Zitat:

From your parents you learn love and laughter and how to put one foot before the other. But when books are opened you discover you have wings.

Wer seinen kleinen Superhelden also auch Flügel schenken möchte, sollte sich dieses zauberhafte Buch auf alle Fälle auf die Geschenkeliste für anstehende Geburtstage oder auch für Weihnachten setzen. Eure Kinder werden es lieben! Bonillas Liebeserklärung an die Magie des Lesens ist zu empfehlen für 4 – 9jährige und definitiv eines der besten Kinderbücher 2018. ❤

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Der Kölner Dom für kleine Leute

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Macht ihr auch so gerne Tagesausflüge mit eurem Nachwuchs? Wir waren in den letzten Wochen viel mit der Bahn unterwegs, um uns tolle Parks, Zoos und Bauwerke anzuschauen. Ein hervorragendes Reiseziel für kleine bahnreisende Entdecker ist definitiv der Kölner Dom. Man fällt ja quasi aus dem Hauptbahnhof auf die Domplatte und ist schon beim ersten Anblick des UNESCO Weltkulturerbes mächtig beeindruckt.

Um den Besuch mit Kindern im Kölner Dom etwas vorzuentlasten, bietet sich diese großartige Neuerscheinung an: Mein 1. Kölner Dom-Buch, womit sich der Zentral-Dombau-Verein zu Köln ein prima Bilderbuch für kleine Domfans hat einfallen lassen. Wir bedanken uns ganz herzlich beim J.P. Bachem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Das Buch eignet sich schon für die Allerkleinsten (empfohlen ab 2 Jahren), um Grundbegriffe und Konzepte rund um den Dom zu verstehen. Herrlich anschaulich kann man den Kleinen so schon vor dem Besuch vom Dombaumeister, der Schmuckmadonna und dem Steinmetz erzählen, sowie Begrifflichkeiten erklären, wie zum Beispiel Domchor, Dreikönigsschrein, Richterfenster oder auch „dicker Pitter“(wie die Domglocke von den Kölnern gern genannt wird).

Zauberhaft aufgemacht mit putzigen, überaus ansprechenden Illustrationen von Saskia Gaymann wird die Entstehungsgeschichte dieses gotischen Meisterwerks malerisch kindgerecht nacherzählt. Welch ein liebevoll gezeichneter Steinmetz! Diese herrlich keck-neugierigen Kindergesichter! Mein 1. Kölner Dom-Buch ist in der Tat fabelhaft illustriert. Auch auf der Doppelseite mit Rosenkranz und Schmuckmadonna kann man sich fast gar nicht sattsehen. Das handliche Format (15 x 15 cm) ist prima, denn so kann man das stabile Pappbilderbuch auch ganz easy in der Handtasche mit auf die Fahrt nach Köln nehmen. Die Neugier auf das riesige Bauwerk wird geweckt und die genialen Illustrationen machen Lust auf mehr – nicht nur bei den Kindern.

Wer eines dieser wunderbaren Bilderbücher (ISBN 978-3-7616-3262-8) ersteht, unterstützt mit dem Kauf zusätzlich den Zentral-Dombau-Verein zu Köln von 1842, der auch zugleich der Herausgeber ist. So lässt sich also direkt doppelt Gutes tun, denn neben der riesigen Freude, die man den Kindern mit diesem Buch macht, fördert man auch noch die Instandhaltungsmaßnahmen eines der schönsten deutschen Bauwerke überhaupt.

Wann schaut ihr mal mit eurem Nachwuchs im Kölner Dom vorbei? 😉

{Werbung / Rezensionsexemplar}