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Beste Freunde

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Kann man nur einen besten Freund haben? Diese Frage stellen sich durchaus auch einige Erwachsene. Wie viele Freunde sollte man überhaupt haben? Kann man denn zu viele Freunde haben? Über unseren gesamten Lebensweg verliert dieses Thema nie an Aktualität. Manchmal verlaufen sich langjährige Freundschaften respektvoll im Sand und hinterlassen kleine Lichter auf der Seele. Ein anderes Mal verliert man einen Freund an jemand anderen und weiss gar nicht wie einem geschieht, fühlt sich verletzt, verraten und verloren.  Auch für uns Erwachsene sind diese Situationen nicht immer einfach. Gerade jedoch im Kindergartenalter sind diese Gefühle extrem überwältigend und verwirrend. Teilen an sich ist im Kleinkindalter oftmals ein Reizthema, und die Vorstellung, den besten Freund zu teilen oder gar gänzlich an jemand anderen zu verlieren … eine Katastrophe!

Autorin Linda Sarah und Illustrator Benji Davies thematisieren diese Grundangst in ihrem wunderschön illustrierten und fabelhaft umgesetzten Buch Beste Freunde, welches im ALADIN Verlag erschienen ist. Es fiel mir beim Schmökern in einer Bahnhofsbuchhandlung in die Hände und musste einfach mit aufs heimische Bücherregal. Die stimmumgsvollen Illustrationen hatten es mir sofort angetan, und die tiefsinnige Geschichte um die zwei besten Freunde Ben und Eddy, die zwei kartonschleppenden Abenteurer, kommt still aber gewaltig daher. Die beiden Jungs sind das beste Team und geniessen ihre Erlebnisse auf ihrem Hügel. Doch was will denn plötzlich dieser Sam auf ihrem Hügel? Und warum lässt Ben zu, dass er ihre Freundschaft zerstört? Bleibt ein zerstörter Karton der einzige Schaden?

Ein sehr feinfühliges Buch über Freundschaft und Verlustangst, vom Verdrängtwerden und dem Sichöffnen gegenüber Neuem. Eine wunderbar lehrreiche Geschichte, die ganz behutsam das Thema Kränkung aufgreift, und zeigt, dass ein Dritter im Bunde nicht zwingend bedeutet, dass jemand das fünfte Rad am Wagen sein muss.

Das kartonierte Bilderbuch passt prima in kleine Kinderhände und mit dem herrlich-verrückten Herrn Klettermaxe hat der Illustrator Benji Davies den Traum vieler kleiner Jungs zu Papier gebracht. Sehr zu empfehlen besonders für Jungs, aber natürlich auch Mädchen ab 3 Jahren.

Beste Freunde berührt wie ein frühlingszarter Sonnenstrahl und ihr könnt dieses herzerwärmende Werk ganz bequem mit der ISBN 978-3-8489-0142-5 bei eurer Lieblingsbuchhandlung um die Ecke bestellen.

Im Original 2015 als On Sudden Hill bei Simon and Schuster UK Ltd. erschienen.

 

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Leipziger Buchmesse

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Hier kommen für alle Daheimgebliebenen die ersten Eindrücke von der Leipziger Buchmesse. Es gibt bis einschließlich Sonntag u.a. wieder viele wunderbare neue Kinderbücher zu entdecken.

Oben rechts in der Ecke seht ihr ein Stückchen Heimat, welches ich in Halle 3 aufgespührt hatte! Ein interessanter Messetag neigt sich so langsam dem Ende und ich begebe mich jetzt mal auf den doch etwas längeren Heimweg.

¡Hasta pronto! ❤

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Gewinnspiel: Dann hebt er ab und völlig losgelöst…

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… von der Erde… Wer von uns kennt ihn nicht, Peter Schillings Ohrwurm aus den 80ern? Und genau dieser Peter Schilling, der uns mit Major Tom auf den Tanzflächen der NDW-Partys auch heute noch in andere Sphären katapultiert, hat nun in Zusammenarbeit mit Autor Bernd Flessner und Illustrator Stefan Lohr eine spannende und überaus lehrreiche Kinderbuchreihe auf den Markt gebracht. Im Dezember fiel mir das bemerkenswerte Projekt dank einer Leseprobe auf, und letztes Wochenende kam ich endlich dazu, mich näher mit Völlig losgelöst, dem ersten Band der Reihe Der kleine Major Tom zu beschäftigen.

Toms Vater muss die Raumstation kurzfristig für eine Hilfsaktion auf dem Mars verlassen und überlässt den erfahrenen Miniastronauten Tom und Stella mit ihrer Roboterkatze Plutinchen für einige Tage das Kommando. Mit viel Elan nimmt Bernd Flessner die kleinen Leser mit auf ein Weltraumabenteuer bei dem es unvorhergesehene Komplikationen mit dem Sonnensegel gibt und Stella sich im wahrsten Sinne des Wortes von der Station löst. Warum das passiert und wie der kleine Major Tom mit Plutinchens Hilfe Schlimmeres abwenden kann? Was genau ist eigentlich Weltraumschrott? Und was hat es mit Space Tea auf sich? All das und noch eine ganze Menge mehr erfahrt ihr in dem packenden Buch, welches sich für Leser ab 7 Jahren eignet.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Tessloff Verlag, der mir das erste Abenteuer als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Die fünf herrlich erzählten Kapitel Allein im All, Alarm, Schwerelos, Einsatz im All und Völlig losgelöst werden am Ende des Buches durch Toms Logbuch mit 5 Einträgen abgerundet. Dieses Feature hat mir besonders gut gefallen, weil es nicht nur sehr authentisch wirkt, sondern vor allem auch Wissenswertes aus der Geschichte wiederholt, beziehungsweise festigt und auch erweitert. Im Logbuch rekapituliert und erläutert Tom seine Erlebnisse und erklärt den kleinen Lesern zum Beispiel den Unterschied zwischen Astronaut und Kosmonaut, warum sich die Versorgung mit Lebensmitteln auf dem Mars schwierig gestaltet oder schreibt auf, welche Gefahr z.B. Weltraumschrott darstellt.

Überhaupt finde ich die Menge an Weltraumwissen die das Kreativteam in dieser Geschichte vermittelt sehr beeindruckend. Die fachliche Beratung wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt geleistet. Somit wurde sichergestellt, dass alle Angaben ihre Richtigkeit haben, und die zukünftigen Astronauten und Astronautinnen von Plutinchen, Tom und Stella ausschließlich verlässliche Weltrauminfos bekommen.

Der kleine Major Tom vermag wirklich auf einigen Ebenen begeistern. Er sorgt für einen enormen Wissensgewinn und regt die Neugier auf verschiedene Weltraumthemen sowie Forschung allgemein an. Ich finde auch die Illustrationen fantastisch, und als jemand der mit der Serie Captain Future groß geworden ist, muss ich sagen, dass mir beim Durchlesen des Öfteren der Gedanke durch den Kopf ging, wie genial (oder wie Tom es sagen würde: „orbital“) es doch gewesen wäre, wenn auch ich schon in meiner Kindheit solch schlaue Weltraumexperten wie Tom, Stella und Plutinchen kennengelernt hätte.

Ich hätte auch sehr gerne direkt weitergelesen, um zu erfahren wie es mit den Freunden im All weitergeht, und wie sie neue Herausforderungen meistern. Die fesselnde Kombination von Weltraumabenteuer und Wissensvermittlung macht ganz klar Lust auf mehr, und neben den anderen drei fertiggestellten Bänden der Reihe (Band 2: Rückkehr zur Erde, Band 3: Die Mondmission, Band 4: Kometengefahr) sind erfreulicherweise noch weitere in Planung. Band 1 (ISBN 978-3-7886-4001-9) ist seit 1. März 2018 erhältlich, und der Countdown bis zur Veröffentlichung weiterer Abenteuer läuft…

 

Gewinnspiel:

Ihr möchtet dieses wunderbare Weltraumabenteuer für eure Kinder gewinnen? Dann liked diesen Beitrag und kommentiert, warum eure Kinder gerne mit dem kleinen Major Tom ins All fliegen möchten, und schon hüpft ihr in den Lostopf.

Das Gewinnspiel läuft hier auf dem Blog, der dazugehörigen Facebookseite und dem dazugehörigen Instagramaccount bis einschliesslich Sonntag, den 18.3.2018, 23:59.

Mitmachen dürfen alle ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Gewinn (1 Buch Völlig losgelöst) wurde mir dankenswerterweise vom Tessloff Verlag zur Verlosung zur Verfügung gestellt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Der Gewinner oder die Gewinnerin wird am 19.3.2018 informiert. Viel Glück! 🍀

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My name is Kitty

20180309_141016„My name is Kitty.“ Das war, soweit ich mich erinnern kann, einer der ersten englischen Sätze, die ich in der Schule lernte. Damals, in den 80ern, als es im Englischunterricht noch angängig war, den Schülern englische Vornamen zu verpassen, damit sie mit ihrer „englischen Identität“ hoffentlich einen besseren Zugang zur Fremdsprache finden. Ich durchlebte also als Kitty quasi die ersten Vorläufer des total immersion Prinzips. Nun ja. Lustig war es allemal, aber ob meine Sprachkenntnisse wirklich von diesem mir damals seltsam erscheinenden Katzennamen profitierten? Ich kann es nicht genau sagen, jedoch mit meiner damaligen besten Freundin Nancy (im wahren Leben übrigens Vanessa) sorgen unsere Erinnerungen daran bis heute für den ein oder anderen Schmunzler.

Ich bin’s, Kitty. Aus dem Leben einer Katze (ISBN 978-3-407-82357-1) von Mirjam Pressler sprach mich nun letzte Woche beim Stöbern auf der Internetseite des Beltz Verlages gleich mehrfach an: Kitty fiel mir mit ihrem starken Cover ins Auge und der Klappentext verführte mich zur Leseprobe. Diese wiederum lenkte mich danach fast schnurstracks in die nächste Buchhandlung. Ich wollte sofort weiterlesen. Empfohlen ist Presslers neuestes Werk für Kinder ab 10 Jahren aber es eignet sich ganz besonders auch für ältere Katzenliebhaber, sowie generell für Eltern.

Katzenbabys

soll man küssen,

damit sie sich nicht

fürchten müssen.

Ein lieber Kuss

zur rechten Zeit

spart Kätzchen

Ängste und viel Leid.

Mirjam Pressler, Ich bin’s, Kitty

„Kitty mit Ypsilon“, die kleine rotgetigerte Katze hat nach einer dramatischen Rettung aus einem Teich ein wunderbar gemütliches 2. Leben mit Emma, einer lebensklugen pensionierten Lehrerin begonnen, bei der sie allerhand lernt. Als ihre Menschenmama jedoch nach einem Schlaganfall zum Pflegefall wird, muss Kitty lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, und ohne menschliches Zutun bei den Strassenkatzen an der alten Bäckerei zurechtzukommen. Sie durchlebt so manches Abenteuer, findet neue Freunde und entdeckt nach und nach was Glück, Solidarität und Liebe bedeuten. Was der Kater Bruno damit zu tun hat? Und was das Allerwichtigste im Leben einer Katze ist? Bleibt Kitty eine Streunerin oder findet sie ein neues Zuhause bei Menschen? All das verrät uns die renommierte Autorin auf 200 lebendig erzählten Seiten, welche von Rotraut Susanne Berner verspielt leichtfüssig illustriert wurden.

Pressler gelingt auch mit diesem Buch wieder ein brillianter Beitrag zur Kinder -und Jugendbuchszene. Äusserst klug verpackt kommen die Lebensweisheiten daher und strukturieren die anmutig erzählte Coming-of-Age Geschichte der kleinen Katze. Elegant und tiefsinnig werden die großen Themen des Lebens (u.a. Liebe, Tod, Freundschaft, Solidarität, Mut) auf spielerische Art verwoben. Das Werk ist wirklich wunderschön zu lesen, vor allem – wie ich finde – auch wegen der tollen Erzählperspektive! Überraschenderweise wird auch ein hochaktuelles Thema aufgegriffen und durch die Tradition des Geschichtenerzählens in Kontext gesetzt: Bei den Strassenkatzen macht sich Unmut über zugewanderte Katzen breit. Durch die Erfahrung von Güte und Nächstenliebe, die uns als Menschen schliesslich ausmachen, zeichnet sich eine Lösung ab. Großartig gemacht. Chapeau! Wer hätte gedacht, dass Katzen so eindrucksvolle Geschichtenerzähler sind?

‚Habt ein bisschen Geduld‘, sagte Bruno. ‚Sie werden sich an euch gewöhnen. So ist es immer, Veränderungen beunruhigen und machen Angst. Vor allem den Furchtsamen, den weniger Geschickten, um nicht zu sagen, den Dummen machen sie am meisten Angst. Und vor lauter Angst werden sie böse und aggressiv. Aber irgendwann kapieren sie dann doch, dass wir alle Katzen sind, die Einheimischen und die Dazugekommenen. Sie werden euch vielleicht nicht lieben, aber akzeptieren. Und sie werden verstehen, dass in unserem Land die Mäuse für alle reichen. Keiner muss verhungern.

Mirjam Pressler, Ich bin’s, Kitty

Jeder Mensch ab 10 Jahren sollte Kitty kennenlernen, denn die Lektüre ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern auch ungemein lehrreich und tiefgründig. Eine außergewöhnlich hinreissende Geschichte über das Erwachsenwerden: Weise, herzlich und unglaublich wertvoll. Selten hält man so ein hochaktuelles und doch beachtlich zeitloses Buch in solch einer wohltuenden Kombination in den Händen. Es wird sicher eines jener Bücher sein, die wir, ihr und auch eure Kinder mehrmals aus dem Regal nehmen und mit Freude lesen und zitieren werden. Grandios!